Auf dem Weg zum Gemeindeentwicklungsprogramm

Wie viele öffentliche Grünflächen brauchen wir? Sollen wir künftig dichter bauen? Wie sollen die Dorfzentren...

Veröffentlichungsdatum:

09.07.2025

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4 Minuten

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Rat der Vereine und Verbände für das GEP

Rat der Vereine und Verbände für das Gemeindeentwicklungsprogramm

Beschreibung

Wie viele öffentliche Grünflächen brauchen wir? Sollen wir künftig dichter bauen? Wie sollen die Dorfzentren von Schenna, Verdins und Tall in Zukunft aussehen? Und wie wollen wir mit dem Tourismus umgehen? Um solche und viele weitere Fragen drehte sich alles beim Rat der Vereine und Verbände, der zur Erarbeitung des neuen Gemeindeentwicklungsprogramms ins Leben gerufen wurde und Anfang Juni erstmals zusammengekommen ist. Ihre Aufgabe: Den Technikerinnen und Technikern ihre Sicht aufs Dorf mitzugeben und die Planungen mit ihrer Erfahrung und Sichtweise zu bereichern.

„Wo sind die Spielplätze in Schenna? Es gibt 13. Und wo bräuchte es noch weitere?“, fragt Chiara Galimberti. Sie ist Landschaftsarchitektin bei der international tätigen Agentur LAND, die Schenna bei der Erstellung des Gemeindeentwicklungsprogramms unterstützt. 13 Spielplätze? Echt jetzt? Da müssen selbst die Schennerinnen und Schenner genau auf die riesige Landkarte schauen, die vor ihnen liegt. An diesem Abend wird das nicht die einzige Frage sein, die die 22 Vertreterinnen und Vertreter der Schenner Vereine zu beantworten versuchen.

Der Alpenverein, der Bauernbund, die Bäuerinnen, die Bäuerlichen Senioren, die Bauernjugend, der Bildungsausschuss, die Freiwilligen Feuerwehren von Schenna, Verdins und Tall, der HGV und die HGJ, das Jagdrevier, die Katholische Frauenbewegung, der KVW, der Katholische Familienverband, die Kaufleute (hds), der Kultur- und Heimatpflegeverein, der Pfarrgemeinderat Tall, die Schützenkompanie, der Tourismusverein und die Volksbühne: Sie alle haben eine Vertreterin oder einen Vertreter geschickt. Diese brachten an zwei Abenden für jeweils vier Stunden Anregungen, Denkanstöße und Ideen für das Gemeindeentwicklungsprogramm ein.

Doch was ist ein Gemeindeentwicklungsprogramm überhaupt?

Ein solches Programm muss jede Südtiroler Gemeinde erstellen – so will es das Gesetz für Raum und Landschaft. Es handelt sich dabei um das zentrale Planungsinstrument einer Gemeinde, in dem die Ziele und Vorhaben für eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde für die nächsten mindestens zehn Jahre festgelegt werden. Dabei geht es um die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde. Es wird darin zum Beispiel definiert, wie viel und wo Wohnraum entstehen darf und wo öffentliche Freiräume in Zukunft bereitgestellt werden, wie sich Mobilität und Erreichbarkeit, aber auch der Tourismus entwickeln sollen.

Ein besonders wichtiger Punkt des Dokuments ist die Ausweisung der Siedlungsgrenzen, innerhalb derer in den nächsten Jahren gebaut werden darf.

„Es geht um unsere Lebensqualität im Dorf, wie wir leben wollen, wie wir uns bewegen, wo wir zusammenkommen wollen – auch mit den Gästen“, erklärt Bürgermeisterin Annelies Pichler. „Dabei beginnen wir nicht bei Null. In den letzten fünf Jahren haben wir gemeinsam mit der Bevölkerung das Dorfkonzept ‚SCHENNA.WEITER.DENKEN‘ und den Mobilitätsplan entwickelt. Beide fließen jetzt in das Gemeindeentwicklungsprogramm ein – genauso wie die Überprüfung bestehender Planungsunterlagen. Doch es soll nicht nur von Technikerinnen und Technikern erarbeitet werden – alle Gemeinden müssen auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligen.

So wurden in Schenna bei einer Bürgerversammlung im April Ideen gesammelt, Meinungen gehört und Probleme angesprochen. 

Anfang Juni waren nun die Vereine an der Reihe. Zunächst erklärten die Techniker der Agentur LAND und der Agentur LIA sowie des Terra Instituts, die Schenna in diesem Prozess begleiten, wo das Dorf und seine Fraktionen aktuell stehen – angefangen bei den heutigen Siedlungsgrenzen über den Waldbestand und die landwirtschaftlich genutzten Flächen bis zu den Gästebetten.

Dann ging es gemeinsam mit den Technikern Chiara Galimberti, Stefania Bellato (LAND), Georg Dissertori und Lorenz Frei (LIA) sowie Alexander Schweitzer (Terra Institut) und den Moderatorinnen Sabina Frei und Klaudia Resch in die Arbeitsgruppen, in denen an ganz konkreten Themen gearbeitet wurde.

Dabei zeigte sich: Mit vielem sind die Vereinsvertreter zufrieden, doch an einigen Stellen gibt es Verbesserungsbedarf. So würde man sich zum Beispiel einen Mehrgenerationenplatz wünschen – also einen Ort, an dem kleinere und größere Kinder spielen und Jugendliche sich treffen können, der aber auch für Erwachsene und ältere Menschen ein Platz der Begegnung ist. Das Vereinshaus müsste umgebaut, der Pfarrsaal saniert werden. Auch ein Angebot für betreutes Wohnen für Seniorinnen und Senioren wäre notwendig. Die Moarwiese im Dorfzentrum müsste endlich genutzt werden. Und Tall sorgt sich um das Thema Abwanderung und würde sich Maßnahmen wünschen, um dem entgegenzuwirken. 

Was passiert nun mit all den Überlegungen und Vorschlägen der beiden Abende?

Sie werden zusammengefasst und dem Gemeinderat gemeinsam mit der technischen Ist-Analyse vorgelegt. In einer Sommerklausur wird sich der Gemeinderat damit befassen. Im Herbst trifft sich der Rat der Vereine und Verbände erneut, um sich über den Stand der Arbeiten zu informieren und weiter daran mitzuarbeiten.

Diese würden sich natürlich wünschen, dass möglichst viele ihrer Ideen umgesetzt werden können, wie sie in der Abschlussrunde betonten. Sie waren sich aber auch im Klaren darüber, dass es technische, rechtliche und finanzielle Hürden geben wird und dass sich der Gemeinderat auch mit widersprüchlichen Ideen auseinandersetzen und am Ende Entscheidungen treffen muss.

Im Februar 2026 möchte der Gemeinderat das fertige Entwicklungsprogramm beim Land abgeben. Die Landeskommission für Raum und Landschaft muss es prüfen, danach muss es von der Landesregierung genehmigt werden.

Sabine Gamper

Phasen bei der Erarbeitung des GEPWie geht es weiter? Die zentralen Phasen bei der Erarbeitung des Programms

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Zuletzt aktualisiert: 09.07.2025, 12:38 Uhr

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